Michael Grandt glaubt an UFOsGeschrieben von Die geistige Welt in
Grandt Auf der Homepage des Gütersloher Verlagshauses ist das bis vor nicht allzu langer Zeit noch angepriesene "Schwarzbuch Waldorf" inzwischen nicht mehr aufzufinden. Ach wie tragisch! Vielleicht wurde es von dort von einem UFO entführt? Wer es wissen will, kann sich ja an Michael Grandt wenden, ist dieser doch ein Experte für die Unbekannten Flugobjekte. Von deren Existenz ist er jedenfalls felsenfest überzeugt. Dass sein Standpunkt von der anerkannten Wissenschaft nicht geteilt wird, ist seiner Meinung nach auf eine Verschwörung zurückzuführen. Um die Freiheit der Wissenschaft in den USA sei es sehr schlecht bestellt, weiß der Enthüllungsjournalist in seinem Artikel zu berichten. Die seriöse Erforschung der Fliegenden Untertassen würde dort unterdrückt, die Tatsachen uns vorenthalten. Aus dem Nicht-Vorhandensein ufologischer Lehrstühle an deutschen Universitäten kann man wohl nur schließen, dass dieses Forschungsgebiet auch bei uns unterdrückt wird, wie auch in der ganzen westlichen Welt. Mit erheblicher Erleichterung lesen wir deshalb bei Grandt, dass es immerhin einen Staat der Erde gibt, wo noch frei geforscht werden darf. Die Überraschung ist groß. In der Volksrepublik China - sonst gar nicht als Hort der Meinungsfreiheit bekannt -, würden nämlich wissenschaftliche Konferenzen zum Thema abgehalten und unglaubliche 20.000 Menschen widmen sich dort der Erforschung der Fliegenden Untertassen. Ohne Michael Grandt wären uns diese erstaunlichen Sachverhalte unbekannt geblieben. Ein Hoch deshalb auf den Ufologen Grandt!
Michael Grandt gastiert im Roncalli-ForumGeschrieben von Die geistige Welt in
Grandt Dr. Albert Käuflein ist zuständig für die Programmgestaltung des Roncalli-Forums. Nein, es handelt sich dabei nicht um den traditionsreichen Zirkus, der vor allem für seine legendäre Reihe herausragender Clowns bekannt ist. Das Roncalli-Forum ist eine katholische Einrichtung der Erwachsenenbildung in Karlsruhe des Bildungswerks der Erzdiözese Freiburg. Just zum Zeitpunkt, da viele Kindergarteneltern sich Gedanken darüber machen, welche Schulform sie für ihr Sprösschen wählen sollen, hat Dr. theol. Käuflein als Experten Michael Grandt in sein Haus eingeladen, der dort darbieten darf, was er durch seine Internetrecherchen über die Waldorfpädagogik gar schröckliches herausgefunden haben will. Am 4. Februar soll die Marke Waldorf tüchtig abgeklopft werden. Nicht um die pädagogische Qualität geht es hierbei. Von "esoterisch-okkulten Weltanschauungsinstituten" ist die Rede in der Beschreibung der Veranstaltung. Von ihrer Vereinbarkeit mit der "Werteordnung unseres Grundgesetzes" gar. Lange Rede kurzer Sinn: Wäre Dr. Käuflein an einer objektiv bildenden Informationsveranstaltung über Waldorfschulen gelegen, hätte er nach all dem Rummel um Michael Grandts "Schwarzbuch Waldorf", über dessen Qualität man wirklich kein Wort mehr verlieren braucht, und dessen Verbreitung vom Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 28.10.2008 aufgrund falscher Tatsachenbehauptungen untersagt wurde, sicher nicht den Enthüllungsjournalisten als Redner eingeladen. Intention dieser Veranstaltung kann demnach nur sein, billigste Meinungsmache gegen Waldorf zu multiplizieren um damit Eltern samt deren soziales und familiäres Umfeld im Vorfeld der Schulentscheidung zu verunsichern. Die Nachsichten wundern sich bisweilen auch über die seltsamen Allianzen und die erstaunlichen Verrenkungen, die einzelne öffentliche Vertreter der katholischen Kirche - der Kulturjournalist Kissler ist auch so ein Beispiel - eingehen, um das Ansehen der Anthroposophie und ihres Erfolgsmodells Waldorfschulen zu beschädigen. Gerade von promovierten Vertretern des Katholizismus sollte man eine gewisse Sensibilität erwarten, wenn es um Sensationsjournalisten geht. Die angeblich schmutzige Wäsche des Vatikans ist ja bekanntlich auch ein sehr beliebtes Thema solcher Griffelspitzer. Deshalb sollte ein Veranstalter - will er sich nicht dem Vorwurf absichtlicher Diffamierung aussetzen - immer diejenigen, die er als Experten für seine Bildungsveranstaltungen einlädt, auf Seriosität und Kompatibilität prüfen. Die konfessionellen Schulen - und das ist aus unserer Sicht dann auch völlig konsequent - kommen bei Grandt nicht viel besser weg als die Waldorfschulen. Er sagt es ganz offen: "Ich bin gegen die Finanzierung jeglicher Art von Weltanschauungsschulen, das gilt auch für die sogenannten Konfessionsschulen." Für die Nachsichten jedoch sind diese unterschiedlichen Schultypen, Konfessions- und Waldorfschule, ein Ausdruck unserer pluralistisch verfassten Gesellschaft. Es hat einen positiven Effekt, dass Schulmodelle mit unterschiedlichen pädagogischen Profilen miteinander konkurrieren. So entsteht Vielfalt und einer Monopolisierung wird entgegengewirkt. Anstatt eines Gegeneinanders ist jedoch ein Miteinander und Nebeneinander gefragt. Ein Agieren im Stile Dr. Albert Käufleins - besonders als ordentliches Mitglied des Schulbeirats der Stadt Karlsruhe - hingegen ist eigentlich nur eines: kontraproduktiv. Und hier sollte sich die katholische Kirche ganz ernsthaft fragen, ob das tatsächlich in ihrem Sinne sein kann. --> Update-Info vom 14. Januar: Es gibt Neuigkeiten zu der Veranstaltung mit Michael Grandt im Roncalli Forum: Sie fällt aus. Die Süddeutsche Zeitung und die Freiheiten ihres erzkatholischen Antiwaldorfstreiters Alexander KisslerGeschrieben von Die geistige Welt in
Kissler Aus aktuellem Anlass - gerade wird auf dem Blog der Brights der Dodo des Monats gewählt (deadline 31. Dezember) - möchten wir unsere Aufmerksamkeit Alexander Kissler widmen. Dieser arrivierte Kulturjournalist wird im nahen neuen Jahr vierzig Jahre alt werden. Bekanntlich heißt es, Schwaben würden beim Erreichen dieser Altersschwelle "gescheit" (= klug, weise). Zu unserem Bedauern ist Kissler jedoch ein Pfälzer Bub. Ob es trotzdem klappt? Wer nun meint, als Kulturjournalist, also als gebildeter Schöngeist hätte er solch eine Altersgnade ohnehin nicht nötig, müssen wir leider eröffnen: Weit gefehlt! Es handelt sich bei Alexander Kissler nämlich um eine Spezies von Geistesarbeiter, die auf eine besonders lange, nicht immer rühmliche Tradition zurückblicken kann. Der leidenschaftliche Christ und feinsinnige Geist verficht die Sache der Katholischen Kirche, indem er diese lobt und ihre vermeintliche Konkurrenz mit den Waffen des Geistes zu schädigen sucht. Wo Vernunft und Wahrheit walten ist ihm völlig klar und der moderne Relativismus ist ihm ein bedenklicher Notstand. Dass der Zweck die Mittel bei dieser Sache besonders heiligt, steht für ihn ohne Zweifel fest, aber diese sind nun mal begrenzt. Deshalb tat Beschränkung not und so richtete er seinen Stachel nur gegen zwei Ketzergruppierungen, mit denen den Fehdehandschuh aufzunehmen er sich in seiner Eigenschaft als Hochkulturschreiberling als besonders prädestiniert empfand, nämlich die so genannten Neuen Atheisten mit ihrem gegenwärtigen Hauptprotagonisten Richard Dawkins ("Der Gotteswahn") und die Anthroposophen mit ihrem Erfolgsmodell Waldorfschule. Möglicherweise meinte er, dass das auch wegen Rudolf Steiners Beziehungen zu Dawkins Vorläufer Ernst Haeckel gut zusammenpasse. Jedem Tierchen sein Plaisirchen, würde man nun gerne sagen. Das wirklich Erstaunliche bei dem Ganzen ist jedoch, dass dieser Journalist seinen Feldzug für den ihn und alle Menschen seiner scheinbaren Meinung nach allein selig machenden Glauben nicht in irgendwelchen abgelegenen Missionspostillen, sondern mitten in den Feuilletons angesehenster Zeitungen führen darf. Na sowas. Geht das noch mit rechten Dingen zu? Man stelle sich nur mal vor, was los wäre, würde ein durchgeknallter anthroposophischer oder neo-atheistischer Journalist - nur angenommen es gäbe einen solchen - in der Süddeutschen Zeitung oder der FAZ gegen die Katholische Kirche und ihre Schulen hetzen dürfen. Ist es übertrieben, wenn die Nachsichten hier ein Verb wie "hetzen" verwenden? Wir meinen, dass das noch nicht angebracht wäre, wenn es nur darum ginge, dass er über eine anthroposophiekritische Tagung in Berlin, zu deren Zuhörerkreis er offenbar gehörte, in anthroposophiekritischer Weise in der Süddeutschen Zeitung berichtete (SZ 25.07.2006) auch wenn man sich schon wundert, dass er die dubiose Vorgeschichte der Veranstaltung keiner Silbe wert erachtete. Aber dass ein Journalist die Stirn hat, durch gezieltes Verschweigen von Informationen den Lesern der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Süddeutschen Zeitung (FAS 09.07.2007, SZ Online 08.07.2007) zu suggerieren das Ergebnis einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen habe ergeben, dass Waldorfschüler gewalttätiger seien als Schüler anderer Schulformen, wenn die Studie das gerade Gegenteil - wen wundert das eigentlich? - ergeben hat, muss seltsam anmuten. Der Leiter dieses Instituts musste auf die verzerrende Darstellung mit einer Richtigstellung reagieren und stellte unter anderem fest, dass Kissler seiner journalistischen Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sei. Auch seine Besprechung des seiner Natur nach einseitig waldorfkritischen "Schwarzbuch Waldorf" aus der Feder von Enthüllungsjournalist Michael Grandt mutete zahlreiche Leser, auch solche die nur wenige Berührungen mit der Waldorfszene haben, geradezu schrill an (SZ 05.09.2008). Zu auffallend ist, dass er seine Rezension an diesem offenkundig schlecht geschriebenen und miserabel recherchierten Anti-Waldorf-Produkt, wiederum als Chance nutzte, sein Register an Negativ-Klischees abzuarbeiten und die extremen, aber tapsigen Fragestellungen des Buches gleichsam durch seine Zustimmung zu adeln. Aus diesem Grund haben die Nachsichten bereits bei den Brights abgestimmt. Kissler verdient es, der Dodo des Monats zu werden, mindestens das. Er steht ja auch schon ganz oben auf der Liste. Willkommen in der wundersamen Welt von Esowatch.com !Geschrieben von Die geistige Welt in
Esowatch Reisen ist ungemein interessant und aus diesem Grund bei vielen Menschen sehr beliebt. Nicht alle Menschen in unserer pluralistischen, demokratischen Gesellschaft haben das Leben unter den beiden totalitären Regimes in unserem Lande noch selber erlebt. Es werden leider immer weniger. Gerade aus diesem Grund würde zum Beispiel so mancher gerne mal nach China fahren oder nach Nordkorea. Es ist deshalb nun wirklich bedauerlich, dass diese Ziele so weit weg sind. So etwas kann sich schließlich nicht jeder leisten. Genau deshalb ist es so wunderbar, dass es Esowatch gibt. Da kann man diese Eindrücke viel billiger bekommen. Esowatch und die befreundeten Weblogs wie zum Beispiel Chaos im Kopf sind totalitäre Enklaven, die jeder relativ problemlos besuchen kann, da diese über das Internet erreichbar sind. "Willkommen bei Esowatch.com" wird man schon am Eingang freundlich begrüßt. Man fühlt sich also gleich gut aufgenommen. Esowatch freut sich über Gäste. Ist doch klar, da es sich ja um ein Informationsportal handelt. Man ist froh über jeden Nicht-Esowatcher, der sich hierher verirrt. Wirklich. Die Besucher müssen nicht mal linientreu sein. Die Leute, die seit einigen Jahren an der großen und berühmten Internet-Enzyklopädie Wikipedia arbeiten, sind ebenfalls nicht alle linientreu im Sinne des Weltbildes von Esowatch. Das ist schon eher ein Problem, denn intelligent wie die Leute von Esowatch nun mal sind, haben sie messerscharf erkannt, dass das doch nicht in ihrem Sinne sein kann, was dort so alles geschrieben wird. Das ist auch der Grund warum Esowatch so viel Zeit und Mühe in den Aufbau eines eigenen Wikipedias über das Sondergebiet Esoterik steckt. Esowiki nennt sich dieses Parallelwelt-Lexikon. Es sieht genauso wie Wikipedia. Aber: 100% linientreu. It´s a feature not a bug, möchte man da den von Esowatch-Mitarbeiter Rincewind immer wieder zitierten Spruch aufgreifen. Außerdem wird auf Esowatch ein Forum betrieben, das in erster Linie dem internen Meinungsaustausch dient, und auf dem sich die Esowatcher über die neuesten Sensationen austauschen sowie sich selber ins rechte Licht rücken. Die Threads dort bewegen sich auf ziemlich infantilem Niveau, ok. Da geht der Besucher doch lieber gleich zum Blog von Esowatch.com oder von einem der Esowatcher. Denn da werden immerhin richtige Beiträge geboten. Man liest dort tatsächlich so manches Wundersame aus dem weiten Feld der Esoterik. Die Beiträge sind kurz und knapp, sensationell bebildert, also in etwa unterstes Boulevard-Presse-Niveau, was ja einem insgesamt breiten Bedürfnis entgegenkommt. Man begreift, dass das für manche etwas einfacher gestrickte Zeitgenossen durchaus Unterhaltungswert hat. Soweit zur bildenden und vergnüglichen Seite eines Ausflugs nach Esowatch.com. Leider gibt es jedoch auch noch eine unerfreuliche Seite des Ganzen. Das darf nicht verschwiegen werden. Wir müssen hier, da wir schon solche Reklame machen, unserer Verantwortung nachkommen, die wie wir meinen auch darin besteht, die lustigen Reisenden auch vor möglichen Gefahren zu warnen. Die gibt es ja bei vielen Reisezielen. Also ruhig ausatmen. Außerdem kann ja bei solch einer virtuellen Reise rein physisch gesehen nichts passieren. Das Ungemütliche fängt an, wenn Sie irgendeinen Beitrag so interessant oder verwegen finden, dass sich der Wunsch in Ihnen regt: Ach, da könnte ich ja im Kommentarteil auch was dazu sagen. Die Esowatcher achten selber immer strengstens auf Anonymität was ihre eigene Person anbelangt. Das ist ja völlig ok so. Unglücklicherweise müssen wir allen Besuchern von Esowatch.com raten, auf keinen Fall die eigene Identität preiszugeben. Seien sie hart und behutsam. Rechnen Sie damit, dass Sie ausgefragt werden, dass man regelrecht versucht, Ihre Person, Ihren Umkreis zu erschnüffeln. Rechnen sie außerdem damit, dass Ihr Versuch, eine sachliche Diskussion in Gang zu bringen, überhaupt nicht fruchten wird, zumindest dann nicht, wenn Sie einen nicht ganz esowatchlinientreuen Standpunkt vertreten. Esowatch ist daran interessiert, die eigene Deutungshoheit zu vermitteln, auf billigste Art und Weise, aber keinesfalls an einem Diskurs über die Inhalte. Bis dahin ist auch das noch ein relativ harmloses Erlebnis. Bisschen Gestapo-, bisschen Stasi-Feeling. Aber ganz bequem vom eigenen PC-Arbeitsplatz aus. Vielleicht mit einem Gläschen Wein daneben, oder einem Schälchen Nüsse. Man kann sich dann, wohlgemerkt nur ganz ansatzweise, etwas besser in bestimmte politische Zeiträume des 20. Jahrhunderts hierzulande hineinversetzen, oder auch in die Situation der Regimekritiker in Tibet, Nordkorea oder Burma, und dennoch - je nach Temperament - bei dem Ganzen noch recht entspannt bleiben. Richtig doof wird es nur, wenn man seine Identität preisgegeben hat, und wenn man meinte munter weiter draufloszudiskutieren, so absurd eine Diskussion mit solchen Fanatikern wie den Esowatchern auch ist, und somit diese Art von Zeitgenossen, die sich an ihre scheinbar rationale, einzig wahre Beschränktheit klammern müssen, verunsichert und somit verärgert hat. Dann kommt nämlich der große Holzhammer, die Wunderwaffe Denunziation. Gezielt arrangiert wird der Andersdenkende im Internet öffentlich an den Pranger gestellt. Und dies rücksichtslos und wider besseres Wissen um den genauen Sachverhalt. Glücklicherweise handelt es sich bei Esowatch um keine politische Macht, sondern nur um einen kleinen Zusammenschluss von diskussions- und pluralismusunfähigen Zeitgenossen mit kleinbürgerlicher Blockwart-Mentalität, die, scheinbar zum Zwecke der Aufklärung, in Wirklichkeit im Interesse einer fragilen, und deshalb umso brutaler verteidigten Selbstvergewisserung, eine Internetseite betreiben. Somit geschieht die Sanktionierung des Denunzierten glücklicherweise nicht durch eine im Dienste einer totalitären Weltanschauung stehende staatliche Instanz. Die Sanktionierung soll durch die Öffentlichkeit geschehen, zum Beispiel in Form des Personalleiters, der den Namen eines Stellenbewerbers bei Google eingibt, und das Esowatch-Dossier des so Gebrandmarkten als Treffer erhält. Sie sehen, die Reise nach Esowatch.com bietet vieles, sogar echten Nervenkitzel. Andreas Lichte - Der Experte für Riesen mit rotierenden, großen ArmenGeschrieben von Die geistige Welt in
Lichte (mit Nachtrag unten) Mit erstaunlichem Engagement suchen sie eine Möglichkeit, sich mit ihren Anliegen in die Diskussionen auf den Blogs und in den Foren einzubringen. Sie sind von ihren Ansichten felsenfest überzeugt, möchten ihre Mitmenschen aufklären, und sind froh, wenn sie jemanden finden, der sich auf das Gespräch mit ihnen einlässt, denn das bietet ihnen mindestens die Möglichkeit, rhetorisch geübt ihre Argumente zu verbreiten. Jeder kennt sie, diese Apostel und Missionare des Web 2.0. Andreas Lichte ist einer von ihnen. Sein Thema sind die Waldorfschulen. Der gelernte Grafiker nahm von Mai 2001 bis Juli 2002 an einer vom Arbeitsamt vermittelten Fortbildung zum Waldorflehrer teil. Das ist kein ganz unüblicher Einstieg in diesen Beruf, was auf das Wachstum dieses Schultyps und den damit verbundenen Mangel an Fachkräften zurückzuführen ist. Die Lehrerkollegien erhalten auf diese Weise den dringend benötigten Zuwachs, sehr oft an tüchtigen, guten Lehrern, und diese Tradition spricht für die Weltoffenheit der Waldorfschulen und die Risikobereitschaft sowie das Engagement ihrer Ausbildungsstätten. In Lichtes Familie war nach seinem Entschluss, eine solche Richtung einzuschlagen, die Freude groß: "Endlich machst du mal was Seriöses!", hieß es. Er fing tapfer an. Oder schlitterte hinein. Oder ergriff den vermeintlich rettenden Strohhalm. Wie dem auch sei. Es ist jedenfalls etwas verwunderlich, dass er sich im Vorfeld der Entscheidungsfindung offensichtlich nicht ernsthaft darüber informierte, was Waldorfpädagogik eigentlich ist. Wo es doch so viel Literatur darüber gibt. Vielleicht ist er einfach ein sehr spontaner Mensch, was ja sympathisch wäre, oder er litt an Zeitmangel. Nicht weniger fatalistisch, aber immerhin möglich wäre auch, dass er die eigentlich nahe liegende Informationsbeschaffung aufgrund eines Trugschlusses unterließ, nämlich jenem, dass es besser wäre, die Ausbildungsinhalte ohne literarische Vorbelastung, das heißt unbefangen auf sich wirken zu lassen. Vielleicht trickste er sich sogar mit Hilfe seines Unterbewusstseins selber aus. Wissen wir´s? So jedenfalls nahm das Unglück seinen Lauf. Schuld waren dann - wie könnte es auch anders sein! - natürlich die anderen. Jedenfalls verdankt die Welt dieser einjährigen Episode in Lichtes Lebensgang einige Erlebnisberichte, die ihr Autor - wie die Googleprobe unschwer erkennen lässt - mittlerweile an wirklich allen Ecken, Enden und hintersten Winkel des virtuellen Raumes absichtsvoll hinterlassen hat. Diese Berichte dienen einerseits einer Selbstdarstellung in dem Sinne, dass durch sie deutlich werden soll, dass ihrem Autor bezüglich des letztendlichen Scheiterns des Berufsplanes nichts vorzuwerfen sei. Andererseits, und zwar hauptsächlich, und zum Nutzen für die Leserschaft, sollen diese Schilderungen auch dem Zweck einer grundlegenden Kritik an der Waldorfpädagogik und ihren Ausbildungeinrichtungen dienen. Dieses ist Lichtes Kernthese:
Diese unterschwellig vermittelten Inhalte befänden sich nicht im Einklang mit der christlichen Religion, was Lichte besonders bedrückt, und es würden dadurch andere Völker und Rassen herabgewürdigt, was allerdings ein schwer wiegender Vorwurf ist, besonders in Verbindung mit seiner eindrücklichen Schilderung eines - zumindest seiner Wahrnehmung nach - ganz blutrünstig gehaltenen Klassenspiels über die Römerzeit, dem er während seiner Hospitation beizuwohnen hatte. Er schließt unter Verweis darauf einen zwar recht persönlichen, aber dennoch im Grunde nüchtern geheltenen Bericht, dann sogar reißerisch mit folgenden Worten: Er [Lichte] weiß, für ihn steht die deutsche Standard-Ausrede: "Aber ich hab´doch nichts davon gewusst! nicht mehr zur Verfügung." Ergo (wenn auch durch die Blume): Waldorfpädagogik = unchristliche Erziehung zum brutalen Genozid. Wenn die Waldorfschulen tatsächlich zu solchen Ergebnissen führen würden, könnte man es vollauf begrüßen, das Lichte sich am Ende seiner Seminarzeit schwor, seine ganze Zeit und Kraft der Bekämpfung dieser pädagogischen Richtung zu widmen. In Deutschland sind die Waldorfschulen als "Ersatzschulen" anerkannt - und damit auch das dort abgelegte Abitur. Ich arbeite hart daran, das zu ändern ..., informiert er etwa eine geneigte Dialogpartnerin. Eine zeitlang war er Assistent von Thomas Gandow, evangelischer Pfarrer und Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen in Berlin. Er trat als Referent auf, etwa für den GEW, aber auch in Funk und Fernsehen. Als "besorgter Bürger" beantragte er bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften die Indizierung von Steiner-Büchern und lieferte freundlicherweise gleich ein Gutachten mit. Er schmückt sich mit der zweifelhaften Ehre, dass er auflagenstarken Zeitschriften bei der Informationsbeschaffung behilflich sein durfte. Ein heroischer Kampf als Lebenszweck. Gegen Windmühlen? Nach Lichtes Theorie müsste es jedenfalls an den Waldorfschulen ganz anders aussehen, müssten Waldorfschüler andere Zeitgenossen sein, als es der offensichtlichen Realität entspricht. Und die Richtigkeit der subjektiven Wahrnehmung, dass Waldorfschüler keineswegs dem von Lichte gezeichneten Schreckgespenst entsprechen, ist - sofern man eines "Beweises" überhaupt bedarf - durch neuere Untersuchungen empirisch abgesichert:
Wie ist solch ein krasser Widerspruch zwischen den angeblichen geheimen Intentionen der Waldorfpädagogik, über die aufzuklären, Andreas Lichte - nomen est omen? - sich berufen fühlt, und der Schulwirklichkeit nur möglich? Etwa weil sich die Waldorflehrer bei der Verwirklichung des angeblichen Geheimprojekts so ungeschickt anstellen. Nein. Der Grund ist einfach der, dass man es bei Lichte - nach Ansicht der Geistigen Welt - mit einem Eiferer zu tun hat, der alles ausblendet, was nicht in seine krude Sicht der Dinge passt und somit als Waldorfpädagogik ausgibt, was in Wirklichkeit seine völlig verzerrte Wahrnehmung davon ist. Dass ihm zum Beispiel jegliches Verständnis dafür zu fehlen scheint, warum die Waldorfschulen gerne - auch - mit Mythen-, Märchen- und Sagenbildern arbeiten, lässt ohnehin tief blicken. Das heißt nicht, dass alles was er von sich gibt, völlig falsch und dass es an Waldorfschulen nichts zu kritisieren gäbe. Aber durch ihre notorische Einseitigkeit wird seine Kritik zur Wahnfigur. Man fühlt sich unwillkürlich an die Romangestalt des Don Quichote erinnert, dem Rittersmann aus La Mancha, der sich furchtlos vermeintlichen Riesen und Ungeheuern entgegenwarf. Er kämpft zwar mit vollem Einsatz, aber tatsächlich gegen Windmühlen. Wenn man sich schon so sehr mit dem Denken, dem Fühlen und Wollen des Andreas Lichte auseinandersetzt, so interessiert es einen dann vielleicht doch, wie er sich leibhaftig argumentativ für seinen ihm ach so bedeutsamen Kampf gegen die Waldorfschulen einsetzt. Der Bayerische Rundfunk hatte ihn am 17. September 2008 als Vertreter der Waldorfkritik für eine Jugendsendung über Waldorfschulen eingeladen. Hier kann man sich die Aufzeichnung ansehen. Etwa bei Minute 6.40 fängt die Waldorfdiskussion an. Soviel voraus: Der Vergleich mit Don Quichote, der auch "der Ritter von der traurigen Gestalt" genannt wird, wird hier ganz erstaunlich bestätigt. Von diesem Auftritt eines Waldorf"experten" kann man eigentlich nur peinlich berührt sein.
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Der Doktor hat gesagt"Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend."
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